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5 Achtsamkeitsübungen für Eltern, die sofort entspannen

Achtsamkeitsübungen für Eltern
Es gibt richtig gute Achtsamkeitsübungen, die Gestressten sofort helfen. Foto: Dawid Zawila/Unsplash.com

Stress abbauen trotz Alltags-Hektik

Einatmen, ausatmen - besser fühlen. Klappt das echt? Für mich persönlich lautet die Antwort: Ja, mit etwas Übung geht das. Übung klingt nach großem Zeitaufwand, aber keine Sorge, ihr müsst euch nicht wochenlang ins Schweigekloster zurückziehen. Es geht eher darum, ein Gefühl für Entspannung zu entwickeln oder den Pause-Knopf zu finden. Der ist bei jedem woanders und deshalb muss jeder die besten Relax-Methoden für sich selbst austesten. Fünf Methoden, die mir seit Jahren helfen, möchte ich euch hier vorstellen. Vielleicht ist ja eine dabei, die auch euch den Alltag erleichtert. Die meisten Entspannungsrituale lassen sich übrigens zusammen mit dem Kind durchziehen - ein toller Weg, um gemeinsam Zeit zu verbringen. 

Entspannung mit Kindern - oder auch ohne

Eine Kerze beobachten

Wenn es zuhause hoch her geht, lohnt es sich manchmal, sich an einen Tisch zu setzen, eine Kerze anzuzünden und einfach die Flamme zu beobachten - 5 bis 10 Minuten lang. Profis kochen vorher Wasser und nutzen die Zeit, um eine Tasse Tee ziehen zu lassen. Schaut euch an, wie sich die Flamme bewegt, was sie für eine Aura entwickelt und achtet darauf, welche Geräusche das Feuer macht. Knister, knister und schon sind die Sorgen nur noch halb so groß. Kinder sollten natürlich vorher auf die Gefahren des Feuers aufmerksam gemacht werden.

 

Box-Breathing

Tief durchatmen! Polizisten und Soldaten müssen oft innerhalb kürzester Zeit ihre Nerven beruhigen - und dafür nutzen sie unter anderem diese simple, aber sehr effektive Entspannungstechnik. Box-Breathing funktioniert folgendermaßen: Hinsetzen und dann im vier-Sekunden-Rhythmus einatmen, Luft anhalten, ausatmen, Luft anhalten und von vorne beginnen. Es ist wirklich total simpel: Einatmen und dabei innerlich bis vier zählen, innehalten und bis vier zählen, wieder vier Sekunden ausatmen. Der Kopf ist mit Zählen beschäftigt, während der Körper herunterfährt (Puls und Blutdruck sinken spürbar). Einfach mal ausprobieren. Es gibt auch Box-Breathe-Apps, die dabei helfen.

 

Einen Stein streicheln

Manche Gegenstände sind einfach schön, oder? Steine zum Beispiel. Die meisten sind Tausende von Jahren alt und von den Naturgewalten geglättet. Macht euch das bewusst, wenn ihr das Steinchen in eurer Hand wendet und mit den Fingerspitzen über die Oberfläche streicht. Steine erden uns. Ich habe übrigens immer einen Glücksstein in der Hosentasche, den mir meine Tochter geschenkt hat. In stressigen Situationen nehme ich ihn zwischen die Finger. Plötzlich weiß ich dann, dass ich in all der Hektik immer eine Verbindung zu meiner Familie habe. Es ist übrigens toll, zusammen mit den Kindern Glückssteine zu suchen. Die lassen sich dann hinterher auf die gesamte Familie verteilen.  

 

Spazieren gehen

Einfach einen Schritt vor den anderen setzen, festen Boden spüren und frische Luft atmen - ich liebe es, spazieren zu gehen. Am liebsten im Wald oder am Wasser. Aus meiner Sicht sind Spaziergänge die perfekte Eltern-Sportart, denn sie entspannen sofort, haben einen Herz-Kreislauf-Effekt und eine schöne Fettverbrennungsrate. Besonders beruhigend wirken Waldspaziergänge, das zeigen diverse wissenschaftliche Studien. Biophilia-Effekt heißt das Phänomen, das wir häufiger nutzen sollten. Die Japaner nennen den Ausflug ins Grüne Waldbaden - den Begriff finde ich ganz passend.    

 

Dankbarkeit üben

Was wir denken, ziehen wir an. Also, lasst uns doch zur Abwechslung öfter mal positiv denken. Das geht, indem wir in den Dankbarkeits-Modus schalten. Auch wenn es uns so vorkommt, es ist nicht selbstverständlich, dass wir heute ohne Zahnschmerzen aufgewacht sind. Dass wir ein Dach über dem Kopf haben. Dass wir einen vollen Kühlschrank haben. Dass unser Herz schlägt. Wer sich in eine ruhige Ecke setzt und sich das fünf Minuten lang bewusst macht, sieht manche Dinge danach vielleicht mit anderen Augen. Ein Weg, um Dankbarkeit zu ritualisieren: Jeden Abend vor dem Einschlafen an drei Dinge denken, für die ihr an diesem Tag dankbar seid. Religiöse Menschen sprechen ein Gute-Nacht-Gebet und bedanken sich für das Glück des Lebens oder wünschen anderen Menschen Kraft und Liebe. Ein schönes Gefühl.