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Hotel The Anthony in Utrecht: Kloster mit Kick

Hotel The Anthony in Utrecht
Dicke Mauern und dicke Backen: Das Hotel "The Anthony" in Utrecht ist ein Hingucker. Foto: Priggemeier

Zwischen alten Mauern und hippen Holländern

Wir lieben die Niederlande und brauchen alle paar Wochen eine kurze Auszeit hinter der Grenze. Kraft für den Alltag tanken mit Meer, Möwen-Gekreische und Kibbeling. Utrecht ist zwar nicht ganz an der Küste, aber Möwen kreisen trotzdem über der mittelalterlichen Stadt. Eigentlich ist "Stadt" nicht der richtige Begriff für Utrecht, Metropole wäre passender - denn Utrecht hat 1,3 Millionen Einwohner. Trotzdem wirkt der Ort überschaubar und irgendwie familiärer als Amsterdam (rund eine Autostunde entfernt). Ideal für einen Kurztrip mit Kind. Eine Nacht in Utrecht. Präziser: Eine Nacht im Hotel "The Anthony". Zwischen alten Klostermauern und hippen Holländern.

Autor: Sebastian Priggemeier

Kreuzgang im Hotel The Anthony Utrecht
Klösterliche Atmosphäre im Hotel "The Anthony". Fotos: Priggemeier

Von unserer Homebase Köln aus ist Utrecht sehr gut zu erreichen - knapp zwei Stunden und zwanzig Minuten dauert die Fahrt mit dem Auto oder mit dem ICE. Ein Katzensprung (hier findet ihr eine Gepäck-Checkliste für Reisen mit Kind, damit im Urlaub nichts Wichtiges fehlt). Witzigerweise begrüßte uns am Hotel "The Anthony" auch eine Katze. Ob sie als eine Art Cat-Concierge zum Hotel gehörte? Keine Ahnung, aber zutraulich war sie jedenfalls. Sie schmiegte sich an unsere Beine - und Töchterchen Lene strahlte. Trotz Herbst-Kälte in der Kanaalstraat

 

Lombok heißt der Stadtteil, in dem sich das luxuriöse Hotel befindet. Eine Gegend, die geprägt ist von einer modernen Moschee und Imbissen mit orientalischen Snacks. Der Hauptbahnhof grenzt direkt an das Multikulti-Viertel. Mittendrin ragt der Glockenturm der Antoniuskerk in den Himmel und gegenüber der Backsteinkirche liegt das "The Anthony", das einst ein Kloster war (1908 erbaut). Seit 2018 übernachten Touristen zwischen Kreuzgängen und Kapelle. Wir haben über HRS einen Triple Room gebucht*. 30 Quadratmeter mit einem Doppelbett und einem Einzelbett für 141 Euro pro Nacht. Nicht unbedingt ein Schnäppchen, aber darauf waren wir auch nicht aus.

Triple Room im Hotel The Anthony Utrecht
Der Triple Room im "The Anthony": Gedeckte Farben, Holzfußboden und edles Ambiente.

Am Hotel "The Anthony" parken? Kein Problem

Wie gesagt, wir wollten eine Pause vom Alltag. Also, ab ins ehemalige Kloster. Weg mit dem Auto (der Stellplatz für den PKW kostet 20 Euro pro Tag, ein normales Parkticket in der Straße knapp 30 Euro). Die Innenstadt ist zu Fuß relativ gut zu erreichen - auch mit Kind, obwohl der Weg für einen Menschen mit kurzen Beinen schon weit ist (zum Zeitpunkt der Reise im November 2019 war unsere Tochter gerade 5 Jahre alt). Eine Viertelstunde dauert der Marsch, vorbei am Hauptbahnhof, einmal quer durch die glitzernde Mall "Hoog Catharijne".

Oudegracht in Utrecht
Die Oudegracht führt durch das Zentrum von Utrecht. Foto: Priggemeier

Tipps für 24 Stunden in Utrecht

Was macht man, wenn einem nur ein Tag in Utrecht bleibt? Wir haben uns für einen Mix aus Shopping und Schlemmen entschieden. In der Altstadt war die Oudegracht (auf Deutsch der "alte Kanal") unser wichtigster Orientierungspunkt. Sie führt praktischerweise schnurgerade durch das Zentrum von Utrecht. Ein Mittags-Snack in der "PK Bar & Kitchen" (gutes vegetarisches Club-Sandwich und toller Salat, für Kids Chicken-Nuggets), ein Abstecher zu "Dille & Camille", etwas Shopping, kurzer Cappuccino im "Daen's" und wieder zurück ins Hotel. Wahnsinn, so ein Nachmittag zieht schneller vorbei als die Möwen am blauen Himmel über Utrecht.

Ist das "The Anthony" familientauglich?

Haben wir uns im Hotel als Familie wie zu Hause gefühlt? Nicht zu 100 Prozent. Das Personal war zwar freundlich, die Suite wunderschön - aber das Ambiente für uns ein bisschen zu luxuriös. Ständig war die Sorge da, das Kind könnte aus Versehen etwas kaputt machen oder zu laut sein. Das war auch ein Grund dafür, dass wir uns abends gegen das 4-Gänge-Dinner im Hotel und für die ungezwungene Pizza um die Ecke entschieden haben (beide Daumen hoch für die Pizzeria Beppe/Vleutenseweg 124, fünf Gehminuten entfernt).

 

Großartig war dagegen das Frühstücks-Buffet für knapp 17 Euro pro erwachsener Person (5-jähriges Kind gratis). Croissants, Spiegelei, Omelett, frisch gepresster O-Saft, tolle Desserts - eine Investition, die sich absolut lohnt.   

 

Ganz klar, das "The Anthony" ist eine Unterkunft der gehobenen Klasse und perfekt für einen Kurztrip - aber eher für ein romantisches Wochenende ohne Kind (auch wegen des vergleichsweise langen Fußweges in die Altstadt). Utrecht wird uns als die kleine, bescheidene Schwester von Amsterdam in Erinnerung bleiben. Und die werden wir eines Tages sicher wieder besuchen, gerne mit einer Übernachtung im "The Anthony". Eine Alternative wäre für uns das "Eye Hotel" im Zentrum der Stadt.

 

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