Fitness-Apps: Die 5 besten im Überblick

Fitness-Apps im Test
Mit Fitness-Apps ist zuhause ein effektives Workout möglich - auch kostenlos. Foto: Pexels.com

Was die Fitness-Apps kostenlos bieten

In den eigenen vier Wänden zu trainieren, hat einige Vorteile: Fitness-Apps sind direkt startklar fürs Workout. Keine nervige Fahrt zum Fitnessstudio, keine blöden Blicke von anderen, kaum Kosten. Als meine Tochter knapp ein Jahr alt war, habe ich fast nur zuhause trainiert - mit dem eigenen Körpergewicht (und mit einem guten Hörbuch im Hintergrund). Meistens früh morgens vor der Arbeit oder abends. Weil ich das Haus für den Sport nicht verlassen musste und selbst entscheiden konnte, wann und wie lange ich trainiere, habe ich kaum ein Workout ausgelassen. Das hat wiederum dazu geführt, dass wirklich schnell Ergebnisse sichtbar waren. Diese Fitness-Apps sind aus meiner persönlichen Erfahrung die besten. Und alle bieten kostenlose Übungen.

Autor: Sebastian Priggemeier

FREELETICS

Freeletics-Screenshots
Screenshots aus der Freeletics-App. Foto: iTunes

Der Freeletics-Einstieg fällt leicht, denn es gibt innerhalb der App einige kostenlose Workouts und Übungen. Vor dem ersten Training muss der User Angaben zur persönlichen Fitness machen - und zum Fitness-Ziel. Die voreingestellte Auswahl: Muskeln aufbauen, fit werden oder Fett verbrennen. Dann noch schnell die Körperdaten eingeben (Alter, Größe, Gewicht) und der "Freeletics Coach" schlägt drei 12-Wochen-Trainingspläne vor, die entweder nur mit dem eigenen Körpergewicht oder mit Tools wie Hanteln durchgezogen werden. Teilweise ist eine Klimmzugstange oder ein Tür-Reck* sinnvoll (beziehungsweise eine Möglichkeit, sich an etwas hochzuziehen).

 

KEY-FACTS: 

  • Über 20 HIIT-Bodyweight-Workouts und 27 Einzelübungen in der Free-Version
  • Mehr als 180 Übungen in der Premium-Variante
  • Mit Trainingsvideos und Audio-Coaching zu Fitness-Themen
  • Mit Lauf- und Sprint-Tracking
  • Apple-Watch-Workouts möglich

Manche Trainingseinheiten dauern nur fünf Minuten, andere eine knappe Stunde. Überwiegend handelt es sich um HIIT-Workouts, also hochintensive Intervall-Workouts - die sind zwar sehr effektiv, aber nicht für jeden geeignet, weil sie körperlich echt anstrengend sind.

 

PREISE: Es gibt 8 Abo-Optionen mit verschiedenen Zeiträumen zwischen 3 und 12 Monaten, das günstigste Workout-Abo über 3 Monat kostet 34,99 Euro (ein Jahr gibt es für 79,99 Euro). Neben dem Fitness-Coach lässt sich auch ein Nutrition-Coach buchen, der die Ernährung optimiert. So werden Trainingsziele schneller erreicht.

 

FAZIT: Knackige Workout, knackige Preise - aber auch eine motivierende Community im Netz und die Effektivität ist unbestritten. Der kostenpflichtige Coach lohnt sich für alle, die gerne hart trainieren und schnell sportlicher aussehen möchten. Wer eher auf entspannte Einheiten steht, sollte sich nach einer anderen App wie Gymondo umschauen (dazu weiter unten mehr).

 

ADIDAS TRAINING BY RUNTASTIC

Adidas Training App
Ein Blick auf die Adidas-Training-App. Foto: iTunes

Die ehemalige Runtastic-Results-App läuft jetzt unter der Marke Adidas. Sie bietet zahlreiche kostenlose Functional-Fitness-Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, detaillierte Übungsbeschreibungen per Video und echt durchdachte Trainingspläne. Neben der Free-Version gibt es auch eine Premium-Variante. Die Besonderheit dieser App besteht darin, dass sie total auf Übungen mit dem eigenen Körpergewicht setzt. Muskelaufbau, abnehmen oder die Ausdauer verbessern - alles ist mit der App möglich.

 

KEY-FACTS: 

  • Über 180 Übungen und Übungsvideos in HD
  • 5 verschiedene Trainingspläne, die auf die Bedürfnisse des Users zugeschnitten sind
  • Workout-Creator erstellt Trainingseinheiten für bestimmte Muskelgruppen
  • Trainings-Dauer zwischen 7 und 45 Minuten
  • Mit Gesundheits- und Ernährungs-Guide
  • Apple-Watch- und Apple-TV-Streaming möglich

PREISE: Die Premium-Variante kostet 9,99 Euro pro Monat oder als 6-Monats-Abo 39,99 Euro beziehungsweise 59,99 Euro für eine Jahresmitgliedschaft.

 

FAZIT: Tolle App mit starker Optik und effektiven Workouts. Die Preise sind auch absolut fair, vor allem im Vergleich zum normalen Fitnessstudio. Wichtig ist, dass ihr für das Training einen Raum mit festem Boden auswählt, denn es sind viele Sprünge zu absolvieren. Ich bin dafür ins Bad gegangen, weil unser Holzfußboden bei jeder Bewegung laut nachgab.

 

GYMONDO

Gymondo-App
Die Gymondo-App ist schick, die Workouts effektiv. Foto: iTunes

Stiftung Warentest hat diese App im Online-Fitnessstudio-Vergleich zum Testsieger gekürt. Das ist eine starke Auszeichnung für das Workout-Programm, das auch wirklich professionell daherkommt. Der Look von Gymondo ist auf den ersten Blick sehr weiblich, aber mein persönliches 7-Tage-Gratis-Probetraining* hat mir gezeigt: Auch Männer fühlen sich in der App sehr wohl und die Workouts sind gut zusammengestellt. Cool ist, dass neben der Schwitzerei auch relaxen möglich ist, weil Yoga- und Achtsamkeits-Sessions zum Angebot gehören.

 

KEY-FACTS:

  • Über 800 Workout-Videos (Kurse und Einzelübungen)
  • Trainingseinheiten für Einsteiger dauern knapp 20 Minuten, laut Gymondo sind sie von Sportwissenschaftlern entwickelt
  • Mehr als 2.000 Fitness-Rezepte abrufbar
  • Workouts lassen sich runterladen und offline abspielen
  • Mit Yoga, Pilates und Achtsamkeits-Einheiten

PREISE: Die günstigste Abo-Variante kostet 6,99 Euro pro Monat bei Abschluss eines Jahresvertrages. Wer erstmal nur drei Monate trainieren will, zahlt 12,99 Euro pro Monat und sechs Monate kosten 9,99 Euro. Ich empfehle allen das kostenlose Probetraining. Innerhalb von sieben Tagen lernt man das Angebot echt gut kennen.
>> Zum Angebot bei Gymondo*

 

FAZIT: Absolut nachvollziehbar, dass Stiftung Warentest das Programm ausgezeichnet hat. Aus meiner Sicht ist Gymondo eine echte Alternative zum normalen Gym. Vor allem für Leute, die viel unterwegs sind oder für Eltern, die selten aus dem Haus kommen (es gibt sogar Fitness- und Yoga-Workouts für Schwangere). Unbedingt mal ausprobieren!

 

8FIT

8fit-App
Mit 8fit in Form bleiben? Das geht. Foto: iTunes

In den USA ist 8fit schon sehr bekannt, hierzulande noch nicht. Dabei wurde die Fitness-App in Berlin entwickelt. Was bietet 8fit? Tabata-Workouts, Yoga Sessions und tolle Rezepte für Leute, die sich gesund ernähren möchten. Die zuckerarmen Pancakes aus Haferflocken sind wirklich großartig! Bei dieser App liegt der Schwerpunkt auf der Verbindung von gesunder Ernährung und Fitness. Das ist auch sinnvoll, weil die ideale Ernährung Studien zufolge 30 Prozent des Trainingserfolgs ausmacht. Es gibt eine kostenlose Testversion und eine kostenpflichtige Version.

 

KEY-FACTS:

  • HIIT-Training mit dem eigenen Körpergewicht
  • Interaktive Videos abrufbar
  • Die Workouts dauern zwischen 15 und 20 Minuten
  • Wöchentliche Ernährungspläne sind auf das Fitness-Ziel abgestimmt
  • Alternative Zutaten für Menschen mit Unverträglichkeiten wählbar

PREISE: Es gibt zehn 8fit-Pro-Pakete, die sich für drei Monate oder ein ganzes Jahr buchen lassen - das günstigste Abo namens "Sport & Mahlzeiten" kostet 24,99 Euro, das teuerste 79,99 Euro.

 

FAZIT: Eine Investition, die sich durchaus lohnt. Muskelaufbau ist durch den Kraftausdauer-Schwerpunkt allerdings nicht zu erwarten, sondern eher Muskelstraffung und Fettabbau. 

 

SEVEN

Seven - 7-Minuten-Training
Das 7-Minuten-Training per App macht Spaß. Foto: iTunes

Also, sieben Minuten pro Tag hat doch jeder, oder? Das war wohl auch der Grundgedanke der App-Entwickler, die auf Minimalismus setzen - und zwar sowohl was die Aufmachung der Seven-App angeht als auch das Konzept. Keep it simple! Das Prinzip gefällt mir, die Workouts ebenso. Jede Übung wird auf dem Display des Smartphones per Animations-Video vorgeturnt, dazu läuft ein Timer. Mehr braucht es nicht, um zu trainieren. Über 40.000 positive Bewertungen beweisen, dass die App Spaß macht. 

 

KEY-FACTS:

  • Über 200 simple Übungen, die ohne Trainings-Tools funktionieren
  • Tägliche Trainings-Challenges und persönliche Trainingspläne
  • Interaktive Anfeuerung durch Drill Instructor oder Cheerleader

PREISE: Eine sogenannte "7-Club-Mitgliedschaft" kostet monatlich 9,99 Euro. Deutlich günstiger ist das Jahresabo für 59,99 Euro. Oder ihr entscheidet euch für eines der Workout-Pakete mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie Fettverbrennung oder Oberkörper-Training für einmalig 10,99 Euro.

 

FAZIT: Die App ist reduziert auf das Wesentliche. Wer das mag und keine besonders hohen Ansprüche an die (Video-)Workouts hat, ist damit richtig gut bedient. Fortgeschrittene mit einem höheren Leistungs-Level laden sich aber besser die Adidas-Trainings-App, Freeletics oder Gymondo herunter.

 

Lieber zuhause trainieren oder im Fitnessstudio? Checkliste

Drei Fragen helfen dabei, die richtige Entscheidung in dieser Frage zu treffen. Einfach in Ruhe überlegen, ein paar Homeworkouts mit Hilfe von Fitness-Apps ausprobieren, ein gratis Kennenlern-Training im Fitnessstudio deiner Wahl machen - und schon ist klar, wohin die Tendenz geht. 

FRAGE 1:
Macht es dir etwas aus, beim Sport beobachtet zu werden?

So toll es im Fitnessstudio auch ist - anonym geht es dort nicht unbedingt zu. Und manchmal ist es ein bisschen wie auf dem Laufsteg: Brust raus, Bauch rein, frei nach dem alten Z-Promi-Motto "sehen und gesehen werden". Für Schüchterne kann das öffentliche Schwitzen und Stöhnen unangenehm sein. Andererseits gilt: "Geteiltes Leid ist halbes Leid." Und die Zeit vergeht deutlich schneller, wenn das Auge ab und zu an wohlgeformten Körpern hängenbleibt. Fakt ist: Es wird geglotzt. Anfangs ist das ungewohnt, aber auch das geht vorbei. In vielen Fitnessstudios gibt es übrigens separate Trainingsbereiche für Frauen, wo Ladies unter sich trainieren können. Eine weitere Alternative: Reine Frauen-Gyms. Dort müssen Männer draußen bleiben. Oder Online-Fitnessstudios wie Gymondo*, die Hunderte von Video-Workouts für Sport im Wohnzimmer bieten. 

 

FRAGE 2:
Wie viel Geld möchtest du für deine Fitness ausgeben?

Die gute Nachricht gibt's vorab: Um einen tollen Körper zu bekommen, musst du nicht viel Geld investieren - nur viel Zeit. Es gibt extrem viele Möglichkeiten, lästige Fettpolster loszuwerden und Muskeln aufzubauen. Ja, das geht auch kostenlos zu Hause, ganz klar. Beispielsweise mit Bodyweight-Übungen, also Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, für die du keine Hanteln oder Trainingsgeräte brauchst (Liegestütze, Kniebeugen, Hampelmänner sind sehr effektiv). Natürlich spricht auch nichts gegen ein kleines Fitnessstudio in den eigenen vier Wänden (wie die Home-Gym-Grundausstattung aussehen kann, zeige ich hier). Die Joggingrunde im Park ist bekanntlich ebenfalls kostenlos. Warum dann überhaupt jemand Geld für ein Fitnessstudio ausgeben sollte? Weil die vielen Hantel- und Kraftgeräte-Varianten im Gym deutlich mehr Möglichkeiten zu Leistungssteigerungen bieten (einfach alle drei Wochen etwas mehr Gewicht auflegen - bei Bodyweight-Übungen ist das schwierig, da lassen sich höchstens die Bewegungswinkel oder das Trainingstempo verändern). Auch wichtig: Die Trainer im Fitnessstudio erstellen dir gerne alle vier Wochen einen neuen Workout-Plan und zeigen dir, wie du die Übungen richtig machst. Zuhause sind Youtube-Workouts oder Fitness-Apps fürs Smartphone eine Alternative, um an neue Trainingspläne zu kommen (die kosten als "in-App-Käufe" aber häufig Geld).    

 

FRAGE 3:
Brauchst du andere Menschen, um von der Couch zu kommen?

Einsam im Keller Hanteln stemmen? Das ist für viele keine Option. Sie brauchen das Gruppenerlebnis, um sich beim Sport wohl zu fühlen. Dafür sind Fitnessstudios mit ihren Kursangeboten natürlich optimal. Yoga, Bodypump, Spinning - ist alles in der Gruppe möglich, es gibt feste Termine, ein Trainer sagt, wo es langgeht. Vor allem für Sportanfänger kann das hilfreich und motivierend sein. Falls es nicht ohne feste Termine oder Trainingspartner geht: Lässt sich alles auch für das kostenlose Outdoor-Training bewerkstelligen. Einfach einen oder mehrere Freunde bequatschen und eine Trainingsgruppe gründen, die sich wöchentlich zum Sporteln trifft (solche Gruppen gibt es übrigens auch von Freeletics oder diversen Lauftreffs, falls du den Termin nicht selbst organisieren möchtest oder kannst). Einige Personal-Trainer bieten mittlerweile auch Gruppen-Trainingseinheiten an - so lässt sich unter Aufsicht trainieren und der Preis für den Coach wird geteilt.

 

Ich hoffe, dieser Text hat dir gezeigt, wie du künftig trainieren willst. Ob zuhause mit Hilfe einer Fitness-App oder im Studio, das ist letztendlich eine Sache der persönlichen Präferenz.

*In diesem Beitrag arbeite ich mit Affiliate-Links, um den Blog und meine Recherchen zu finanzieren. Wenn ihr über einen mit * gekennzeichneten Link ein Produkt kauft oder einen Service bucht, bekomme ich eine kleine Provision. Euch entstehen dadurch keine Mehrkosten. Ob, wann und wo ihr euch für ein Produkt entscheidet, bleibt natürlich euch überlassen.

Kinder-Smartwatch: Welche ist die beste?

Xplora X5 Play
Mit einer Kinder-Smartwatch wie der Xplora X5 können Kids die Eltern anrufen oder Sprachnachrichten schicken. Foto: Amazon.de
mehr lesen

Hula Hoop: Abnehmen mit Schwung - ist das gesund?

Frau mit Hula-Hoop-Reifen
Abnehmen mit Hula Hoop? Das funktioniert. Foto: Pexels.com
mehr lesen

Fitnessgeräte für zuhause: Öko-Test hat 5 Favoriten

Frau trainiert zuhause mit Hanteln
Manche Hanteln sind voller Schadstoffe, wie Öko-Test herausgefunden hat. Foto: Pexels.com
mehr lesen