Der ABSM-Kurs von 7Mind im Test

ABSM-Kurs von 7Mind
Der ABSM-Kurs von 7Mind im Test: Was bringt das Online-Achtsamkeitstraining?

Meditations-App an, Stress weg?

Schon gehört? Die Barmer Ersatzkasse bezahlt den ABSM-Kurs von 7Mind komplett. Acht Einheiten plus 12 Monate 7Mind-Zugang für Versicherte. Klingt gut, oder? Ich musste das jedenfalls unbedingt mal ausprobieren - schließlich können Eltern eine Extraportion Entspannung ganz gut gebrauchen und Achtsamkeitsbasiertes Stressmanagement (ABSM) interessiert mich schon länger sehr. Finanziell gefördert wurde es von den Krankenkassen auch, allerdings hatte ich nie Zeit, den klassischen 8-wöchigen MBSR-/ABSM-Kurs mit festen Terminen und echtem Coach durchzuziehen. Deshalb habe ich es mit dem Handy versucht! Hier ist mein Erfahrungsbericht.

Autor: Sebastian Priggemeier

Krankenkasse Barmer bezahlt 7Mind-ABSM-Kurs

Wie gesagt, feste Termine, Anfahrt zum Kursraum, Meditationen mit anderen Menschen, Achtsamkeits-Hausaufgaben: das waren bisher alles Dinge, die nicht in meinen Eltern-Alltag gepasst haben. So geht es wahrscheinlich vielen, die Vollzeit arbeiten (auch ohne Familie). Weil mein Leben aber teilweise sehr stressig ist, habe ich schon länger nach einem seriösen ABSM-Online-Kurs gesucht und durchaus auch Angebote gefunden, die kosteten jedoch knapp 300 Euro. Da kam das Barmer-Angebot gerade recht. Einfach ein Online-Profil bei der Krankenkasse anlegen und mit dem Smartphone-Coach loslegen.  

 

Ganz so einfach war es am Ende nicht, denn der Anmeldeprozess bei der Barmer ist leider ziemlich aufwändig. Warum? Die wichtigsten Codes für die Registrierung werden per Post verschickt, was natürlich datenschutztechnisch sicher angebracht ist, aber gefühlt ewig dauert. Vor allem wenn man den ABSM-Kursstart kaum erwarten kann. Im Prinzip war das schon die erste Achtsamkeits-Übung: Geduld zeigen. Knapp zehn Tage musste ich ausharren, bis ich von Seiten der Versicherung startklar war. Endlich! Die Anmeldung in der 7Mind-App funktionierte dagegen wie geschmiert. Und der Kurs selbst?

7Mind-Kurs mit Barmer-Zuschuss
7Mind und die Krankenkasse Barmer kooperieren in Sachen Achtsamkeit und ABSM.

Grundsätzlich basiert der ABSM-Kurs von 7Mind auf acht Einheiten mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten, die jeweils etwa 45 Minuten dauern (inklusive einer Meditation am Ende der Einheit). Es handelt sich also nicht um 7-minütige Mini-Meditationen wie in der 7Mind-App. User müssen daher schon etwas Zeit mitbringen. Zu Beginn jeder Einheit gibt es eine thematische Einführung durch René Träder, Psychologe und Buch-Autor ("Das Leben so: Nein! Ich so: Doch!"). Träder erklärt mit seiner lockeren Art und einer Stimme, die zu lächeln scheint, die mentalen Mechanismen, die oft hinter unseren Alltagsproblemen stecken. Echt interessant! Und kurzweilig. Zumindest nie langweilig. Zum Abschluss gibt es noch eine Portion Entspannung - durch eine Meditations-Übung mit Paul Kohtes. 

Mein Fazit zum ABSM-Kurs von 7Mind mit Barmer

Ich habe pro Woche meistens eine Einheit geschafft. Und das ist offenbar auch so gedacht. Denn René Träder fordert die User auf, die vorgestellten Achtsamkeits-Tricks im Alltag auszuprobieren und darüber Buch zu führen - mit einem selbst erstellten Achtsamkeits-Journal (gibt es bei Amazon auch vorgefertigt, ich habe zum Beispiel das 6-Minuten-Tagebuch🛒 genutzt).

 

Den Journaling-Ansatz finde ich super, völlig stressfrei. Selbstbestimmt. Natürlich ist das Gemeinschaftserlebnis in Präsenzkursen bestimmt schön und wahrscheinlich ist persönliches (körperliches) Feedback während der Meditationen durch einen menschlichen Coach total sinnvoll. Aber: Mir gefällt die Smartphone-ABSM-Variante, weil ich beim Meditieren gerne alleine bin. Ganz für mich. Wann ich will und wo ich will.

6-Minuten-Tagebuch
Ein wirklich gutes Achtsamkeits-Journal ist das 6-Minuten-Tagebuch von UrBestSelf. Foto: Amazon.de

Zwei Kritikpunkte habe ich allerdings

  1. In den ersten vier Wochen liegt der Meditations-Schwerpunkt auf Body-Scans. Da hätte ich mir mehr Abwechslung gewünscht.
  2. Zu Beginn des Kurses hieß es, dass Teilnehmer nach jeder Einheit per E-Mail eine pdf-Datei mit weiteren Hintergrundinformationen zu den psychologischen Zusammenhängen bekommen, um das Thema zu vertiefen. Bei mir sind diese Mails leider nie angekommen.

UPDATE Der Grund: Wie 7Mind mir inzwischen mitgeteilt hat, müssen die Einheiten des Kurses am Stück gehört werden, damit die Mails mit den pdf-Infos rausgehen. Ich hatte sie aber immer mit Unterbrechungen gehört (20 Minuten an einem Tag, den Rest am nächsten Tag). Werde mein Hörverhalten jetzt anpassen und schauen, ob es dann funktioniert. Laut 7Mind werden die Kursgebühren/Jahresgebühren nur von der Krankenkasse übernommen, wenn der User die pdf-Dateien gelesen und Fragen dazu beantwortet hat. Wichtige Info, wie ich finde.

 

Großartig ist, dass technisch ansonsten alles perfekt funktioniert. Tolle Zeiten sind das, oder? Das Smartphone als Achtsamkeits-Coach. Rund um die Uhr verfügbar, für kleines Geld. Allein das gibt mir schon innere Ruhe.   

Letzter Tipp: Meditationskissen kaufen

Lotuscrafts Meditationskissen
Mit einem Meditationskissen kommt die Entspannung deutlich schneller. Foto: Amazon

Was ich allen Meditations-Einsteigern noch unbedingt empfehlen kann: Ein Meditationskissen wie dieses von Lotuscrafts* (knapp 30 Euro). Die Investition lohnt sich, denn man sitzt darauf einfach sehr bequem und kann sich sofort auf das Wesentliche konzentrieren: Die Meditation. Es ist wie ein Schalter, der plötzlich umgelegt wird - bequemes Sitzkissen, Monkey-Mind abgestellt. Natürlich gibt es auch Kissen anderer Hersteller, aber das Lotuscrafts-Kissen kann ich aus persönlicher Erfahrung empfehlen. Das Teil ist in drei Farben verfügbar und der Baumwollbezug ist waschbar.

>> Lotuscrafts-Meditationskissen direkt bei Amazon ansehen*


*In diesem Beitrag arbeite ich mit Affiliate-Links, um den Blog und meine Recherchen zu finanzieren. Wenn ihr über einen mit * gekennzeichneten Link ein Produkt kauft oder einen Service bucht, bekomme ich eine kleine Provision. Euch entstehen dadurch keine Mehrkosten. Ob, wann und wo ihr euch für ein Produkt entscheidet, bleibt natürlich euch überlassen.