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Google Fit im Test: Reine Schrittzähler-App oder mehr?

Google Fit App Screenshot
Die App Google Fit zeichnet Alltags-Aktivitäten der User auf und vergibt dafür Punkte. Screenshot: Priggemeier

Auch Google hat einen kostenlosen Fitnesstracker - die App heißt "Google Fit" und verspricht seinen Usern nicht weniger als ein "gesünderes Leben" durch Aktivititäts-Aufzeichnung. Ich habe mir die App heruntergeladen, um sie zu testen. Besonders gespannt war und bin ich auf die Funktionen abseits der reinen Schrittzählung. Lässt sich Google Fit wohl auch als Fitnesstagebuch nutzen oder zählt das Programm nur meine gelaufenen Kilometer, wie viele andere Tracking-Apps auch?

Wie gut funktioniert Google Fit im Alltag?

Bevor ich überhaupt einen richtigen Schritt mit Google Fit mache, ist der allererste Move die Installation und Verknüpfung mit meinem Smartphone. Ich nutze ein iPhone 7 und habe die App bei iTunes heruntergeladen. Es gibt sie aber natürlich auch für Android-Geräte. Beide Varianten sind kostenlos, was grundsätzlich schön ist. Allerdings bin ich auch gerne bereit, für eine hochwertige Schrittzähler-App Geld zu bezahlen, denn Bewegung spielt in meinem Alltag eine wichtige Rolle. Deshalb laufe ich beispielsweise so oft wie möglich zu Fuß zur Arbeit.

 

Mindestens 10.000 Schritte pro Tag empfiehlt die Weltgesundheits-Organisation WHO als Basis, um fit und gesund zu bleiben. Eine simple Faustregel, die sich gut befolgen lässt. Um die Zahl der gelaufenen Schritte im Blick zu behalten, sind Aktivitätstracker echt praktisch: Viele nutzen ein Fitnessarmband (gibt es auch mit Blutdruckmessung), eine Smartwatch - oder eben eine App wie Google Fit. Die App-Stores sind voll von Gratis-Schrittzähler-Apps, niemand muss also Google seine Bewegungsdaten zuspielen. Mir persönlich macht das nichts aus, und ich bin einfach gespannt, ob der Google-Fitnesstracker mehr kann als andere.   

So wird Google Fit eingerichtet

  1. App bei iTunes oder im Google-Playstore herunterladen
  2. Bewegungsdaten für die App freigeben - Zugriff auf GPS-Ortung ist nötig und sinnvoll. Wer ein Google-Konto hat, kann auch dieses verknüpfen.
  3. Apple Health und/oder andere Fitness-Apps mit Google Fit koppeln. Der User hat die Wahl, welche und wie viele Daten abgegriffen werden sollen.

Ich habe mich für die Health-Schrittzählung entschieden und auch die Körperdaten Geschlecht, Größe und Gewicht angegeben, damit ein Rückschluss auf die verbrauchten Kalorien möglich ist. 

 

Alles erledigt? Dann zieht die App (nach einer kurzen Einführung in die Funktionen) alle verfügbaren Daten und errechnet daraus einen Aktivitäts-Kreis, der entweder bereits geschlossen ist oder eben nicht - je nachdem, wie aktiv der User am Tag schon war. 

Screenshot Google Fit
Google Fit trackt nicht nur die gelaufenen Schritte, die App ist auch als Fitnesstagebuch nutzbar.

Mein erster Eindruck zur Fitnesstracker-App von Google

Es lassen sich persönliche Fitnessziele setzen, an denen der User dann jeden Tag gemessen wird. Voreingestellt ist offenbar eine tägliche Aktivitätsdauer von 60 Minuten und das Ziel, 10 Kardiopunkte abzugreifen (siehe Screenshot). Kardiopunkte werden für besonders intensive und gesundheitlich sinnvolle Aktivitäten wie Jogging, Krafttraining, Yoga oder Meditation vergeben. 

 

Alles ist sehr übersichtlich, simpel gestaltet und intuitiv nutzbar. Die optische Darstellung ist nicht überladen, aber auch kein Hingucker, wie bei anderen Tracker-Apps. Graphische Spielereien auf Basis der Statistiken gibt es kaum - mal abgesehen vom Aktivitäts-Kreis. Ob das ein Plus- oder Minuspunkt ist, muss jeder selbst entscheiden. Für mich ist das völlig ok, denn mir geht es um die reine Tracking-Funktion.

 

Und die Fitnesstagebuch-Funktion? Ich mache gerne Krafttraining und würde meine Workouts gerne in der App speichern (am liebsten mit sämtlichen Übungen und Wiederholungszahlen). Ob das geht? Ich lerne die App noch kennen, aber eine kleine Enttäuschung habe ich bereits erlebt: Workouts werden von Hand hinzugefügt - zur Auswahl stehen diverse Aktivitäten wie Zirkeltraining, Jogging, Meditation und viele mehr. Ich gebe als User also die Art der Bewegung an, danach auch die Dauer der Einheit. Alles kein Problem.

 

Der Haken folgt bei der letzten Einstellung: Ich soll den Kalorienverbrauch der Aktivität schätzen. An diesem Punkt werden 98 Prozent der User einen falschen (wahrscheinlich zu hohen) Wert eintragen. Selbst ich als Sportwissenschaftler weiß zwar, dass 5 Minuten auf dem Ruderergometer knapp 50 Kalorien kosten, aber mein Zirkeltraining mit drei Bodyweight-Übungen? Sorry, keine Ahnung. Mal schauen, ob sich dafür noch eine Lösung ergibt. Ich halte euch auf dem Laufenden.