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Foot-Commuting-Liebe: Warum ich immer zur Arbeit laufe

Turnschuhpendeln oder auch Foot Communting bedeutet zur Arbeit laufen
Immer schön einen Fuß vor den anderen setzen - beim Turnschuhpendeln.

Turnschuhpendeln rockt!

Die meisten Leute sind erstmal echt überrascht, wenn ich ihnen von meinem kleinen Spleen erzähle. Im Prinzip reagieren auch alle gleich - und zwar mit folgenden Fragen: "Was?! Du läufst jeden Tag zu Fuß zur Arbeit? Den ganzen Weg?" Ok, zugegeben, meine Antwort ist auch immer ähnlich. "Ja, so oft es geht." Ich versuche, den Hinweg zum Büro - knapp 5 Kilometer - möglichst an jedem Arbeitstag zu laufen. Oder besser: zu gehen. Es ist nämlich eher ein flotter Spaziergang, ich jogge nicht. Wenn andere in Bus und Bahn stehen oder mit dem Auto im Stau, mache ich Meter. Was (mir) das bringt? Das erkläre ich euch hier. 

Klar, es spart Geld und die Lauferei hält schlank - aber es gibt noch einige andere gute Gründe, zu Fuß zur Arbeit zu gehen. Turnschuhpendeln (oder Foot-Commuting) nennen die Medien diese Art der Fortbewegung. Sie gilt sogar als internationaler Trend, weil  immer mehr Menschen auf der ganzen Welt Staus, stockenden Verkehr oder Bahnverspätungen einfach umgehen. Im wahrsten Sinne des Wortes. In New York, Tokyo, Toronto - und auch hier in Köln klappt das ganz wunderbar. Ja, trotz Frau und Kind.

Rheinufer von Köln
Feines Panorama, oder? Mein Fußweg zur Arbeit - das Kölner Rheinufer im Morgengrauen.

Joggen oder Spazierengehen - was bietet sich eher an?

Grundsätzlich muss morgens ja immer alles etwas schneller gehen als sonst. Hektik! Nur halb ausgeschlafen. Hunger - aber nicht einmal Zeit für Frühstück. Kenne ich, geht mir auch so. Wäre es dann nicht cleverer, mit der Bahn oder mit dem Auto zum Büro zu fahren?

 

In meinem Fall sieht die Modellrechnung so aus:

  • Mit der Bahn brauche ich 40 Minuten von der Haustür bis zum Arbeitsplatz.
  • Zu Fuß 45 bis 50 Minuten.
  • Motorisiert bin ich in 20 Minuten da.
  • Mit dem Fahrrad brauche ich unschlagbare 15 Minuten.

Aber nach dem Radfahren bin ich nass geschwitzt. Und nach der Autofahrt mit den Nerven am Ende, weil ich mich durch den Kölner Berufsverkehr quälen musste. Also gönne ich mir jeden Morgen den Luxus, 5 bis 10 Minuten länger zu brauchen. Dafür bin ich dann aber schon 5 Kilometer gelaufen - habe mich bewegt, etwas für mich und meine Gesundheit getan. Und meiner Familie habe ich in dieser Zeit nicht gefehlt, denn zur Arbeit gehen/fahren muss ich ohnehin. Klassische Win-win-Situation.

 

Warum dann nicht gleich joggen, wenn es um den Gesundheitseffekt geht? 

Weil ich auch nach der frühmorgendlichen Joggingrunde ziemlich verschwitzt wäre. An meinem Arbeitsplatz gibt es zwar Duschen, aber mir ist es zu umständlich (und nicht schick genug), mit zusammengequetschten Klamotten aus dem Laufrucksack in den Arbeitstag zu starten. 

Ein toller Kompromiss: Zur Arbeit laufen, abends nach Hause joggen. Die Wechselklamotten lassen sich meistens gut am Arbeitsplatz verstauen und geduscht wird Zuhause. 

Turnschuhpendler in Köln
Zur Arbeit gehen, wo andere Urlaub machen.

Diese Foot-Commuting-Variante werde ich demnächst testen. So lässt sich eine Marathonvorbereitung extrem familienfreundlich durchziehen. Auch ohne Marathontraining kommen Turnschuhpendler aber auf ein ganz gutes Laufpensum: die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen 10.000 Schritte pro Tag sind so jedenfalls locker gemacht. 

 

Viel wichtiger ist mir persönlich aber der Entspannungseffekt, der durch meinen Morgenspaziergang entsteht: Ich starte mit einer Extraportion Frischluft und Sonnenlicht in den Tag und spare mir sogar noch das Ticket für den öffentlichen Nahverkehr. Meistens jedenfalls. Denn wenn es morgens mal richtig knapp wird, fahre ich ein Teilstück mit der fixen Bahn - 20 Minuten Spaziergang sind aber immer drin. Und danach natürlich ein lockerer Small-Talk mit den staunenden Kollegen.